Im TV wirbt Superfund.de – das ist in jetziger Zeit schon respektabel, vielleicht auch high-octane slice me nice.
Auf der Homepage fallen einem gleich Hitchhiker’s Guide to the Galaxay-mässige Performancezahlen auf: z.B 718% oder so!
Im Disclaimer fällt gleich dieser Absatz auf, und danach sollte für alle, die in der Lage sind, sich die Schuhe selbst zu schnüren, auch schon alles beendet sein:
Wichtiger Hinweis: Es gibt kein einzelnes Unternehmen bzw. keine einzelne juristische Person (Gesellschaft), das bzw. die die „Superfund Gruppe“ konstituiert. Vielmehr besteht die Superfund Gruppe von Investmentgesellschaften aus mehreren verschiedenen Unternehmen, die das Management, die Handelsberatung, den Vertrieb und das Marketing für solche Managed Futures Fonds erbringen, die dieselben Trendfolgestrategien aus dem Haus Superfund verwenden. Daher haftet auch keine Superfund Investmentgesellschaft für Handlungen oder Unterlassungen anderer Superfund Investmentgesellschaften.
Es wird besser, denn hier kommt die Geschichte von Superfund:
Gründung von Superfund
Superfund wurde 1995 von Christian Baha gegründet. Bereits in den Jahren zuvor entwickelte Baha eine eigene Börsensoftware zur technischen Marktanalyse. Seit nunmehr über 13 Jahren werden Superfund Fonds mit selbstentwickelten, automatischen Handelssystemen gemanagt und zählen international zu den erfolgreichsten ihrer Klasse. Superfund ist einer der Pioniere, die auch Privatinvestoren den Zugang zu diesen hoch entwickelten alternativen Investments ermöglichte. Mit mehr als 50.000 Investoren und Niederlassungen in 20 Ländern rund um den Globus ist Superfund heute einer der erfolgreichsten Anbieter von systematisch gemanagten Fonds.
Klingt gut, gellekowsky, aber wer ist Chrischan Baha? Besser, wer war er? POLIZIST in Österreich, das Land liegt irgendwo in den Alpen.
Kurz gegoogelt springt gleich ein Bloomberg Artikel (April 2007) ins Auge. Da stehen so Äusserungen wie diese hier:
„If hedge funds are good for the rich, they are good for everyone,“ Baha says.
Da jetzt 2009 ist und in der Zwischenzeit so einiges unter Wasser ging mit den HFs, wollen wir das gleich vergessen. Die Logik ist ohnehin zeitunabhängig nicht schlüssig.
Baha will Merrill Lynch Erfolg duplizieren; ML ist bekanntlich pleite:
Baha, 38, says he wants to follow the path of Charles Merrill, who started what became Merrill Lynch & Co. in 1914, or Edward C. Johnson II, who founded Fidelity Management & Research Co., the predecessor of Fidelity Investments, the world’s biggest mutual fund company, in 1946.
OK, Chrischan war Polizist, dumm ist er nicht, denn für solche Chuzpa braucht es zumindest einen leicht kriminellen Denkdrift und so wurde auch die SEC auf ihn aufmerksam:
Baha’s promotions have also drawn scrutiny from the U.S. Securities and Exchange Commission. When he unveiled his first U.S. funds in October 2002, he put out a press release that said, „The Quadriga Superfund LP offers American investors access to the hedge fund world with a minimum investment of only $5,000.“
Baha says the SEC sent him a letter asking him to stop using the phrase „hedge fund.“ Hedge funds are mostly private and unregulated pools of capital whose managers can buy or sell any assets, participating substantially in the profits of the money invested.
Also das Hedge Fund Ding ist begraben und der Knöllchenschreiber möchte gerne sprechen, aber:
„I would love to tell you more about Superfund, but regulations prevent me from describing it on television,“ he said.
Christian, das nimmt die keiner übel, lass uns doch mal über ein paar Mozartkugeln so über deinen Fund parlieren. Aber dann verschluckte sich Christian nicht etwa, nein, er trat zurück:
In April, Baha stepped down as chief executive officer of Superfund Capital Management Inc., the arm that controls the two U.S. funds. He handed executive responsibility to Nigel James, who resides in Grenada, where Superfund Capital Management is based. The nation, which is in the West Indies, has no taxes for foreign companies.
Grenada, West Indies. OK, gut, scharfe Gesetze dort … Aber es wäre nicht der Herr Polizist aus Ösiland, wenn er nicht unterwegs doch in ein paar Peinlichkeiten stolpert:
Baha wanted a bull for the company symbol. He saw what he thought was a bull on the Wyoming state flag. It turned out to be a buffalo, Smith says. Baha added a double elongated S to represent a ski trail — a nod to Superfund’s Vienna roots and his love of the sport. Smith says the logo is being revamped to remove the animal.
Baha says he picked the name Superfund for his U.S. funds to highlight performance. In 2002, his main fund, Superfund Q- AG, returned more than 38 percent, after fees. He later changed the company’s name from Quadriga to Superfund Group.
Smith says Baha didn’t know that the term superfund had been used in the U.S. since 1980 to designate toxic waste sites that would be cleaned up using federal money.
Kompletter Aussenseiter
David Harding, who runs London-based competitor Winton Capital Management, predicts Baha won’t get far. Winton Capital, like Superfund, offers managed futures funds.
„He’s a complete outsider,“ says Harding, whose fund has raised $8 billion since 1997, a year after Baha started Superfund.
Winton Futures Fund Ltd. gained 17.8 percent in 2006, outperforming the average hedge fund return of 13 percent as measured by Chicago-based Hedge Fund Research Inc.
Trend Followers
Baha has a response for his detractors. Superfund Q-AG returned 554 percent from its inception in March 1996 to April 17, 2007, or an average of 18.4 percent a year after fees, according to accounts audited by KPMG Austria GmbH. The fund was available only in Europe and is now closed to the public.
Superfund has fallen back to earth in recent years.
„Since the beginning of the Iraq war, trend followers have had a terrible time,“ says Zachary Oxman, a trader who invests in managed futures for Newport Beach, California-based Wisdom Financial Inc. He says he’s not recommending Superfund to his clients.
Trend followers like Baha need steady rises or declines in prices to make money. If commodities, bonds and foreign currencies are trading in a narrow price range, these programs cannot make high returns because the trends reverse too quickly for the computer programs designed to capture the price movement, Oxman says.
Abzocken über Gebühren
Superfund’s fees are among the highest for any funds, says Marc Denogent, a vice president at Hedge Fund Research’s investment management arm in Zurich. Superfund charges an annual management fee of 1.85 percent of an investor’s assets; 1 percent each year for the cost of creating and distributing the fund; and 0.15 percent for operating expenses.
On top of that, Superfund charges a 4 percent annual sales commission on an investment for the first 2 1/2 years. And it adds a brokerage fee of $25 per trade, which Superfund estimates comes to about 3.75 percent of assets every year. In addition, Superfund can take a 25 percent cut of any profits after expenses in any month when a fund reaches a new high.
Onlinetraderforum Zitat von Christian Baha in 2008:
HW: What are your views on long-term trends in commodities?
CB: The commodity bull market is not a bubble, and it will go ahead for another 10 to 15 years.
Schon einen Blick auf die Commodity Preise geworfen?? Aber wir haben ja einen Longterm View, right Chrischan.
Hier eine vernichtende Einschätzung von keinem Geringeren als Greg Newton (leider kürzlich verstorben): A load of Baha und man tut gut daran seine Posts sehr ernst zu nehmen.
Hinzu kommen die exorbitanten Gebühren, die bei Superfund erhoben werden und zeitlich begrenzte Ausstiegsmöglichkeiten. Siehe eine Berechnung hier.
Anlage-Sparplan und Zertifikate
Hier eine ziemlich detaillierte Berechnung eines Anlage-Interessierten. Auffallend ist, das Zertifikate und sogar Ansparpläne geboten werden. Wow, Mr Ponzi (??), braucht hier jemand kontinuierliche Geldeingänge um eventuelle Redemptions zu finanzieren??
Mir sind die rechtlichen Grundlagen der Zertifikate nicht bekannt, aber bei Z. ist Vorsicht geboten, z.B. Nachrangigkeit.
Ansparpläne sind im deutschen Sprachraum ja beliebt, hier kann auch der kleine Zocker Gordon Gecko Luft schnuppern. Es muffelt aber ein wenig, wenn so eine Option bei einem solchen Investment-Model angeboten wird.
Dann erwähnt der Blogger die Axane Group in Frankreich. Diese ist Herausgeber der Zertifikate. Axane handelt mit Derivaten und es gibt keine Informationen, welche Rückversicherungen Axane für diese Zertifikate geschlossen hat UND ob diese nicht durch Side Letters relativiert wurden.
Nehmen wir z.B. der Quadriga Series A Fund. Dem Tortendiagramm nach ist der Fond gleichgewichtet z. B. in Metals, Grains, Bonds, Interest Rates etc. Das kann nicht sein und ist auch nicht so gemeint. Es zeigt nur schlicht dir krude Art. Dann der Blick auf die nach oben steigende Fieberkurve der Fund Performance. Man kriegt Zweifel an der Wahrhaftigkeit und das Autiting durch Deloitte, also bitte, ich sage nur Satyam und das heisst ‘Wahrheit’.
Cash Position??
Dem Tortendiagramm zufolge ist der Fond voll investiert. Das ist unmöglich, denn der Fond hat Redemptions zu bedienen. ODER !!! werden die aus Geldeingängen von Neuanlegern bedient?
Zu den Trading Commissions von $25 (olala): wenn der Fund computergesteuert tradet, dann müssen da jede Menge Trades pro Tag anfallen. Das kostet gewaltig und Chrischan kassiert ab. Die Tradingkosten gehen vom Fondkapital weg.
Es ist frappierend zu sehen, wie spurlos die Commodity Preiseinbrüche an dem Fond vorbeigehen, obwohl Baha in einem Interview völlig von Commodities überzeugt war. Und noch erstaunlicher ist, das in den Jahren der Commodity Price Bubble die Fond-Performance überhaupt nicht drastisch nach oben ausschlägt: 12,95% in 2006 und – 0,92% in 2007!!! Hakte das Computermodel?
1,6 Mrd und 50.000 Kunden
Dies soll das Fonds-Volumen von SF sein. Gut möglich und bei 50.000 Anlegern ergäbe das 32.000 pro Anleger im Durchschnitt. Ich glaube nicht, dass SF institutionelle Anleger hat; vielleicht ein oder zwei. Das würde dann aber die Einzelanlegersummer durchschnittlich noch weiter drücken.
Bei so vielen Einzelanlegern fallen immer wieder Auszahlungen an, also muss der Fond eine Cash Position haben.
Der so zurückhaltende Investmentstratege Christian Halper
Macht es das Ganze nicht noch okulter? Da sitzt ein scheuer Comp-Wiz an Algorithmen und diese tricksen, nein sorry, spüren Trends auf und, presto, steigen die PCs mit Kauf/Verkauforder in den Markt ein. Wahrscheinlich steht auch irgendwo CH hatte nie eine Freundin, fährt mit dem Hollandrad zur Arbeit, geht Sonntags immer zur Mutter essen … diese Art von mystischem Garn …
Doch warum kann CH nicht einfach am Computer sitzen und World of Warcraft spielen? Warum muss er auch nur irgendeinen Trade machen? Hello Madoff.
Die letzte und wichtigste Frage: Ist Superfund ein Scam?
Die Frage ist falsch gestellt. Sie muss nicht heissen IST, denn über Jahrzehnte war Madoff kein Scam – er hat das auch nicht anfänglich im Sinn gehabt!!; Dreier hat auch nicht so angefangen usw. Die Frage muss heissen, WANN wird Superfund ein Scam werden müssen. Dann nämlich wenn die Auszahlungsforderungen stark zunehmen, wird der Putz bröckeln.
Wer hier nach den Ereignissen des letzten Jahres investiert, hat höhere Chancen im Gegenverkehr mit dem Rad die Autobahn zu befahren und zu überleben.
LOLWOT
1 Antwort bis hierher ↓
Superfund engagiert Säufer « Der Don // April 25, 2009 um 4:09 |
[...] 25, 2009 · Keine Kommentare Ein Superfund encore! Das ist einfach zu gut. Vito Fossella nun bei Superfund [...]
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